Wann wird welches Finanzthema wichtig?

 

Zu aller erst sei gesagt, dass es wie immer auch hier keine pauschale Antwort gibt, schließlich gestaltet sich jeder Lebensweg anders und auch die Ziele und Wünsche sind individuell unterschiedlich. Dennoch gibt es Richtwerte und Tipps, die eine gute Orientierung bieten.

Wie der Zeitstrahl und die unterschiedlich gefärbten Ziffern verdeutlichen sollen, gibt es von Geburt an wichtige Finanzthemen (blau). Um diese können wir uns noch nicht selbst kümmern, sie sind jedoch für unsere Eltern und später, sofern gewünscht, für unsere eigenen Kinder von Bedeutung. Spätestens ab der Phase rund um den Ausbildungsbeginn (Ausbildung oder Studium) gilt es für uns die ersten finanziellen Themen in die eigene Hand zu nehmen (grün).

  1. Vor der Geburt macht es für die Eltern oftmals Sinn, sich im Bereich der Gesundheitsvorsorge umfassender über die unterschiedlichen Möglichkeiten zu informieren. Das können beispielsweise Zusatztarife sein, die bei Bedarf dafür sorgen, dass das Kind von Anfang an die beste medizinische Unterstützung bekommt. Bei gesundheitlichen Beschwerden von Geburt an, kann durch solche Zusatztarife auch eine finanzielle Unterstützung gewährleistet werden. Solch ein Schutz ist im Nachhinein, verständlicherweise, meist nicht mehr zu bekommen.

  2. Nach der Geburt des Kindes lohnt es sich in den meisten Fällen monatlich einen gewissen Beitrag für die Zukunft des Kindes zu sparen – im Idealfall, clever zu investieren. Zum einen für beispielsweise die Ausbildung oder das Studium, im besten Fall jedoch auch für die fernere Zukunft des Kindes bis hin zum Alter. Wieso jedoch schon so früh wie möglich?
    Entscheidend beim sinnvollen Investieren sind eine gut Rendite und das Thema Zeit. Umso früher du beginnst, desto weniger musst du ingesamt sparen, um auf die gleiche Summe zu kommen – dem Zinseszinseffekt sei Dank. Leider nutzen dabei viele Menschen nicht die Investitionschancen für ihre Kinder, die sich ihnen eigentlich bieten würden.
    Zusatztarife im Bereich der Gesundheitsvorsorge können außerdem eine bessere medizinische Versorgung gewährleisten und Kosten für spezielle Behandlungen und Ärzte übernehmen, die sonst selbst finanziert werden müssten.

  3. Während der Schulzeit des Kindes ist es für Eltern in der Regel sinnvoll, sich näher mit der Arbeitskraftabsicherung des Kindes zu beschäftigen. Das liegt besonders daran, dass der Gesundheitszustand bei Kindern meist am Besten ist. Denn dieser ist Vorraussetzung dafür, solch einen Schutz überhaupt zu bekommen. Haltungsschwächen, Rückenschmerzen oder psychische Probleme sind, sobald sie auftreten, schlimm genug und können im Nachhinein nur noch schwer für die gesamte Zukunft abgesichert werden.

  4. Ab Beginn der Ausbildung oder des Studiums ist der erste Schritt in die berufliche Zukunft gemacht. In den meisten Fällen steht einem eine monatliche Summe für den Alltag zur Verfügung und/oder man verdient auch selbst schon Geld. Spätestens in dieser Phase ist es sinnvoll, einen eigenen Plan zu erarbeiten. Dadurch bekommt man zum einen einen Überblick, welche Finanzthemen in der nächsten Zeit auf einen zukommen und um die man sich kümmern sollte. Zum anderen gibt es das ein oder andere Thema, bei dem man profitieren kann, wenn man es noch als Student oder Azubi angeht.
    Sinnvoll ist es zudem, schon vor dem Berufsstart einen finanziellen Plan zu haben. Dieser stellt zum Beispiel sicher, dass man die Chancen, die sich einem bieten, für sich nutzt. Denn der beste Zeitpunkt, um in eine zukünftige finanzielle Freiheit und seine Wünsche zu investieren ist direkt zu Berufsbeginn. Zu einer Zeit zu der man meist noch an einen becheideneren Lebensstandard gewöhnt ist. Nimmst du in dieser Situation deine Finanzen in die eigene Hand, wirst du später davon profitieren.

  5. Wie erwähnt, ist der Zeitpunkt des Berufseinstieges ein sehr wichtiger. Der richtige Umgang mit seinem Geld kann hier einen sehr großen Einfluss auf deine zukünftige finanzielle Lage haben. Dir bieten sich viele Chancen und gleichzeitig lauern finanzielle Gefahren. Die Verlockungen für Konsum sind groß, ein teures Auto scheint plötzlich gut finanzierbar, andere Dinge können ja noch warten.
    Selbstverständlich darf und soll jeder selbst entscheiden, wie er mit seinem Geld umgeht, bewusst muss einem jedoch sein, dass das Prinzip der Kartoffel auch hier gilt.
    Wer es schafft auf überflüssigen Konsum zu verzichten, wird dennoch nicht zu kurz kommen und nutzt eine riesen Chance für sich und eine finanziell unabhängige Zukunft. Das Credo lautet: Finanzen vor Konsum. Zu Berufsbeginn können die entscheidenden Schritte für die zukünftige Immobilie, eine gute medizinische Versorgung und seine Gesundheit, sowie ein sorgenfreies Leben im Alter gelegt werden. Dieser Vorsprung ist im Nachhinein nur noch schwer einzuholen, auch weil die finanziellen Verpflichtungen in den folgenden Jahren meist eher zu- als abnehmen.

  6. Mitte der dreißiger ist der Berufseinstieg in vielen Fällen gemeistert und oft rücken Themen wie Familie, Gesundheit und ein Eigenheim in den Fokus. Sofern diese Themen bereits im Plan berücksichtigt und die richtigen Grundsteine gelegt wurden, steht ihnen meist nichts mehr im Weg. Eine Finanzierung ist dann finanziell gut zu tragen. Rücklagen für die Instandhaltung können aufgebaut werden, ohne dass die anderen finanziellen Themen für die eigene Person und die möglichen Kinder (siehe die Punkte 1-3) darunter leiden müssen. Auch das Thema der Pflege sollte zu diesem Zitpunkt einmal für sich geklärt werden. So kann jeder sicher gehen, dass auch im hohen Alter angenehme Bedingungen geschaffen wurden, die auch dann noch das Leben lebenswert machen.

  7. Meist um das fünfzigste Lebensjahr herum oder etwas später kann ein weiteres finanzielles Thema auf einen zukommen. Dieses kann mögliche Kinder, die zu jungen Erwachsenen herangewachsen sind, betreffen. Während der Ausbildung, besonders bei einem Studium, kann die finanzielle Unterstützung, seitens der Eltern, von Bedeutung sein. Die Summe kann dabei natürlich stark variieren, abhängig vom Studienfach, des Studienortes, möglichen Auslandsaufenthalten und anderen Dingen. Sofern im Vorfeld bereits die finanziellen Grundlagen gebildet wurden, ist dieses Thema ebenfalls ein entspanntes und sollte kein Kopfzerbrechen darstellen.

  8. Der letzte größere Punkt betrifft die Phase rund um den Renteneintritt. Abhängig von der persönlichen Vorsorge kannst du diesen Zeitpunkt im besten Fall selbstbestimmt für dich festlegen, unabhängig davon, was der Gesetzgeber dann vorsieht. Hier gilt es nun die vorgesorgten Mittel optimal zu nutzen, um sicherzustellen, dass du für alle zukünftigen Szenarien das Angenehmste für dich rausholst.

    ___

Fazit: Du kannst dich also nie zu früh mit deinen persönlichen Finanzen beschäftigen. Du wirst vermutlich sogar davon profitieren, wenn du schon früh einen eigenen (wenn auch möglicherweise noch unvollständigen) Plan für dich aufstellst und die ein oder andere Finanzentscheidung in die richtige Bahn lenkst. Denn selbst wenn du dich mit dem Thema beschäftigst und einen Plan hast, kannst du dich ja immer noch individuell gegen etwas Entscheiden, nur dann eben bewusst und nicht unbewusst.